Deutsches Heft

Blog de alemán de Antonio

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Der gestiefelte Kater

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Es war einmal ein Müller, der hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater; die Söhne mußten mahlen, der Esel Getreide holen und Mehl forttragen, die Katze dagegen die Mäuse wegfangen. Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne in die Erbschaft: der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der dritte den Kater; weiter blieb nichts für ihn übrig. Da war er traurig und sprach zu sich selbst: »Mir ist es doch recht schlimm ergangen, mein ältester Bruder kann mahlen, mein zweiter auf seinem Esel reiten – was kann ich mit dem Kater anfangen? Ich laß mir ein Paar Pelzhandschuhe aus seinem Fell machen, dann ist’s vorbei.

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Der Rattenfänger von Hameln

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Im Jahre 1284 herrste in der Stadt Hameln an der Weser eine Große Rattenplage. Weil die Ratten und Mäuse alle Vorräte auffraßen, mussten die Bürger der Stadt Hunger leiden. Als sich die hohen Ratsherren gar nicht mehr zu helfen wussten, kam ein fahrender Musikant in die Stadt. Er bot dem Bürgermeister seine Hilfe an. Der seltsam aussehende Mann hatte bunte Kleider an und sagte: “Ich bin Rattenfänger. Für 1000 Goldtaler werde ich die Stadt von allen Mäusen und Ratten befreien”.
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Die Bürger sagten ihm freudig diesen Lohn zu. Darauf zog der Fremde sein Pfeifchen aus der Tasche heraus und pfiff eine gar wundersame Melodie. Sogleich kamen aus Häusern und Kellern, aus Scheunen und Schuppen die Mäuse und Ratten zu Hunderten und Tausenden und zogen in einer langen Reihe hinter dem Flötenspieler her.
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Als er nun meinte, es wäre keine zurückgeblieben, ging er pfeifend aus der Stadt hinaus und in den Fluss Weser hinein. Der ganze Haufen Tiere folgte ihm nach, stürzte ins Wasser und ertrank.
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Nun erschien der Rattenfänger bei den Ratsherren, seinen versprochenen Lohn abzuholen. Als sich aber der Bürgermeister der Stadt von der Plage befreit sah, reute ihn sein Versprechen. Er verweigerte dem Rattenfänger den Beutel mit dem Goldtalern und wies ihn aus der Stadt. Verbittert und ohne ein Wort ging der Fremde davon.
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Am 26. Juni kam er jedoch zurück nach Hameln. An diesem stillen Sonntag waren alle Erwachsenen in der Kirche. Der Rattenfänger schlich durch die engen einsamen Gassen der Stadt. Und wieder ertönte aus seiner Flöte eine gar wundersam betörende Melodie. Diesmal kamen nicht die Ratten und Mäuse, sondern die Kinder, Jungen und Mädchen in groβer Zahl gelaufen.
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Immer seine verzaubernde Melodie spielend führte der Rattenfänger die lustige Kinderschar zum Ostertore hinaus.
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Fröhlich und ausgelassen folgten sie dem fremden Mann in einen dunklen Berg, wo er mit ihnen verschwand.
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Nur zwei Kinder kehrten zurück, weil sie sich verspätet hatten; von ihnen war aber das eine blind, so dass es den Ort nicht zeigen konnte, das andere stumm, so dass es nichts erzählen konnte.Der jüngste Sohn des Bürgermeisters war umgekehrt, seinen Rock zu holen und so dem Unglück entgangen.
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Die Mütter gerieten über den Verlust ihrer Kinder in wilde Aufruhr. Mit allem was sie greifen konnten, marschierten sie zum Rathaus und prügelten auf die Ratsherren ein.
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Der Bürgermeister, der den Rattenfänger um seinen verdienten Lohn gebracht hatte, musste aus der Stadt fliehen.Ganze 130 Kinder gingen verloren und keiner hat je erfahren, was aus ihnen geworden ist.

Die sieben Raben

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Ein Mann hatte sieben Söhne und immer noch kein Töchterchen, so sehr er sichs auch wünschte. Endlich gab ihm seine Frau wieder gute Hoffnung zu einem Kinde, und wies zur Welt kam, war es auch ein Mädchen. Die Freude war groß, aber das Kind war schmächtig und klein, und sollte wegen seiner Schwachheit die Nottaufe haben. Der Vater schickte einen der Knaben eilends zur Quelle, Taufwasser zu holen: die andern sechs liefen mit, und weil jeder der erste beim Schöpfen sein wollte, so fiel ihnen der Krug in den Brunnen. Da standen sie und wußten nicht, was sie tun sollten, und keiner getraute sich heim. Als sie immer nicht zurückkamen, ward der Vater ungeduldig und sprach:»Gewiß haben sie’s wieder über ein Spiel vergessen, die gottlosen Jungen.

Más...
Es ward ihm angst, das Mädchen müßte ungetauft verscheiden, und im Ärger rief er aus:»Ich wollte, daß die Jungen alle zu Raben würden.«
Kaum war das Wort ausgeredet, so hörte er ein Geschwirr über seinem Haupt in der Luft, blickte in die Höhe und sah sieben kohlschwarze Raben auf- und davonfliegen.
Die Eltern konnten die Verwünschung nicht mehr zurücknehmen, und so traurig sie über den Verlust ihrer sieben Söhne waren, trösteten sie sich doch einigermaßen durch ihr liebes Töchterchen, das bald zu Kräften kam, und mit jedem Tage schöner ward. Es wußte lange Zeit nicht einmal, daß es Geschwister hatte, denn die Eltern hüteten sich, ihrer zu erwähnen, bis es eines Tags von ungefähr die Leute von sich sprechen hörte, das Mädchen wäre wohl schön, aber doch eigentlich schuld an dem Unglück seiner sieben Brüder.


Da ward es ganz betrübt, ging zu Vater und Mutter und fragte, ob es denn Brüder gehabt hätte, und wo sie hingeraten wären. Nun durften die Eltern das Geheimnis nicht länger verschweigen, sagten jedoch, es sei so des Himmels Verhängnis und seine Geburt nur der unschuldige Anlaß gewesen. Allein das Mädchen machte sich täglich ein Gewissen daraus und glaubte, es müßte seine Geschwister wieder erlösen. Es hatte nicht Ruhe und Rast, bis es sich heimlich aufmachte und in die weite Welt ging, seine Brüder irgendwo aufzuspüren und zu befreien, es möchte kosten, was es wollte. Es nahm nichts mit sich als ein Ringlein von seinen Eltern zum Andenken, einen Laib Brot für den Hunger, ein Krüglein Wasser für den Durst und ein Stühlchen für die Müdigkeit.


Nun ging es immerzu, weit weit, bis an der Welt Ende. Da kam es zur Sonne, aber die war zu heiß und fürchterlich, und fraß die kleinen Kinder. Eilig lief es weg und lief hin zu dem Mond, aber der war gar zu kalt und auch grausig und bös, und als er das Kind merkte, sprach er:»Ich rieche Menschenfleisch.« Da machte es sich geschwind fort und kam zu den Sternen, die waren ihm freundlich und gut, und jeder saß auf seinem besondern Stühlchen. Der Morgenstern aber stand auf, gab ihm ein Hinkelbeinchen und sprach: »Wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschließen, und in dem Glasberg, da sind deine Brüder.


Das Mädchen nahm das Beinchen, wickelte es wohl in ein Tüchlein, und ging wieder fort, so lange, bis es an den Glasberg kam. Das Tor war verschlossen und es wollte das Beinchen hervorholen, aber wie es das Tüchlein aufmachte, so war es leer, und es hatte das Geschenk der guten Sterne verloren. Was sollte es nun anfangen? Seine Brüder wollte es erretten und hatte keinen SchIüssel zum Glasberg. Das gute Schwesterchen nahm ein Messer, schnitt sich ein kleines Fingerchen ab, steckte es in das Tor und schloß glücklich auf. Als es eingegangen war, kam ihm ein Zwerglein entgegen, das sprach:»Mein Kind, was suchst du?«
»Ich suche meine Brüder, die sieben Raben,« antwortete es.


Der Zwerg sprach:»Die Herren Raben sind nicht zu Haus, aber willst du hier so lang warten, bis sie kommen, so tritt ein.« Darauf trug das Zwerglein die Speise der Raben herein auf sieben Tellerchen und in sieben Becherchen, und von jedem Tellerchen aß das Schwesterchen ein Bröckchen, und aus jedem Becherchen trank es ein Schlückchen; in das letzte Becherchen aber ließ es das Ringlein fallen, das es mitgenommen hatte.
Auf einmal hörte es in der Luft ein Geschwirr und ein Geweh, da sprach das Zwerglein: “Jetzt kommen die Herren Raben heim geflogen.”

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Da kamen sie, wollten essen und trinken, und suchten ihre Tellerchen und Becherchen. Da sprach einer nach dem andern: »Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Das ist eines Menschen Mund gewesen.« Und wie der siebente auf den Grund des Bechers kam, rollte ihm das Ringlein entgegen. Da sah er es an und erkannte, daß es ein Ring von Vater und Mutter war, und sprach:»Gott gebe, unser Schwesterlein wäre da, so wären wir erlöst.« Wie das Mädchen, das hinter der Türe stand und lauschte, den Wunsch hörte, so trat es hervor, und da bekamen alle die Raben ihre menschliche Gestalt wieder. Und sie herzten und küßten einander, und zogen fröhlich heim.

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